Heilige Maria und das Jesuskind

Theotokos – die Gottesgebärerin

Maria hält das Kind eng bei sich und weist auf ihn – eine traditionelle Darstellung dafür, dass Christus die Mitte, die Antwort und der einzige Mittler zwischen Mensch und Gott ist. Die Sterne auf ihren Schultern und ihrer Stirn stehen für ihre Jungfräulichkeit vor, während und nach der Empfängnis Christi. Ein verbreitetes Missverständnis lautet, Maria werde in der orthodoxen und katholischen Tradition „angebetet“. Das wird sie nicht. Anbetung gebührt Gott allein. Maria wird als höchste Heilige und als Mutter Gottes verehrt; die Gläubigen bitten um ihre Fürsprache, so wie man einen vertrauten Menschen um sein Gebet bittet.

In unserer Zeit, in der so viel Unklarheit über Weiblichkeit herrscht, lohnt es sich, Maria zu betrachten: Zärtlichkeit ohne Schwäche, Schutz ohne Besitzanspruch und Liebe, die gibt, statt zu kontrollieren. Christliche Gelehrte stellen sie ausdrücklich als Vorbild der Mutterschaft und als Bezugspunkt dar, wenn sie über die Würde und Berufung der Frau sprechen.

In der koptischen Tradition wird diese Nähe Mariens auch mit den berichteten Erscheinungen von Zeitoun in Kairo (1968–71) verbunden, die untersucht und in einer offiziellen päpstlichen Erklärung von Papst Kyrillos VI. bestätigt wurden.

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